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Integration 4.0 heißt Daten verlinken statt replizieren

Von Karsten Theis

„Integrate the Future“ lautet der Wahlspruch von PROSTEP, dem wir uns verpflichtet fühlen. Wir beschäftigten uns seit mehr als 25 Jahren mit der Produktdatenintegration und haben seitdem viele namhafte Unternehmen bei einer integrationsgerechten Gestaltung ihrer PLM-Landschaften beraten und unterstützt. Auf der Grundlage dieser Erfahrungen sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass die aktuellen Herausforderungen der digitalen Transformation neue Integrationsansätze erfordern: Daten verlinken statt replizieren lautet die Devise.

Entwicklung, Fertigung und Betrieb smart vernetzter Produkte erfordern eine engere und effizientere Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen und Domänen innerhalb der Unternehmen und im erweiterten Unternehmensverbund. Voraussetzung dafür sind durchgängige, digitale Geschäftsprozesse und Informationsflüsse, die in der Praxis durch eine Vielzahl unterschiedlicher IT-Systemen unterstützt werden müssen. Der digitale Master des Produkts speist sich dadurch aus unterschiedlichen Informationsquellen, die in der Regel nicht vollständig miteinander integriert sind.

Mit den klassischen Integrationsansätzen lässt sich die digitale Durchgängigkeit in einer heterogenen Systemlandschaft, die ständig um neue Tools z.B. für die modellbasierte Systementwicklung erweitert wird, nur schwer sicherstellen. Alle Informations-Objekte des Produktmodells über Schnittstellen in die Daten- und Prozessmanagement-Ebene (PLM, ERP etc.) zu replizieren, um sie dort zu vernetzen und über den gesamten Produktlebenszyklus synchron zu halten, würde den digitalen Master zu einem schwerfälligen Monster machen. Die Anwender benötigen agilere Ansätze, um ihre tägliche Arbeit aufeinander abstimmen und gleichzeitig die Nachvollziehbarkeit des Produktentstehungsprozesses über alle Disziplinen und Domänen hinweg gewährleisten zu können.

Die Daten sind schon alle da, aber es fehlt oft das nötige Beziehungswissen. Die klassische Bottom-Up-Integration der Autoren- bzw. der sie unterstützenden TDM-Systeme (Team Data Management) in die darüber liegende Managementschicht muss unserem Verständnis nach durch neue Ansätze der Daten-Verlinkung auf der Ebene der Autorensysteme ersetzt bzw. ergänzt werden. In den PLM-Systemen liegen die Informationen oft nicht in einer Granularität vor, die es erlauben würde, z.B. einzelne Anforderungen mit bestimmten Funktionen oder anderen Artefakten zu verknüpfen. Diese Granularität ist aber wichtig, um die Auswirkungen von Änderungen in allen ihren Dimensionen beurteilen zu können, auch wenn jedes Unternehmen etwas andere Vorstellungen hat, wie granular die Informationen dafür sein müssen.

Was bedeutet Integration 4.0 bzw. die neuen Ansätze der Daten-Verlinkung für die Gestaltung der IT- und PLM-Systemlandschaften? Viele unserer Kunden in der Automobilindustrie, aber auch in anderen Branchen, sind derzeit damit beschäftigt, ihre monolithischen Systemarchitekturen aufzubrechen oder durch offene, modulare und service-orientierte PLM-Plattformen zu ersetzen. Sie wollen dadurch agiler werden und flexibler auf die sich rasch wandelnden Herausforderungen der digitalen Transformation reagieren können. Die Daten-Verlinkung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, denn sie erleichtert den Disziplinen und Domänen die Verknüpfung ihrer verteilten Informationen und ermöglicht ihnen zugleich, sich IT-technisch weiter zu entwickeln und einzelne Bausteine der Plattform ohne gravierende Auswirkungen für den Gesamtprozess auszutauschen.

PROSTEP berät seine Kunden nicht nur bei der Gestaltung einer offenen, zukunftsfähigen PLM-Architektur, sondern stellt ihnen auch die Integrationswerkzeuge und -methoden zur Verfügung, mit der sie Informationen Plattform-übergreifend in einem digitalen Master zusammenführen können. Sei es durch die klassische Replikation, sei es durch Daten-Verlinkung. Ein wesentlicher Enabler für den digitalen Master ist unsere neue Lösung OpenCLM, die es den verantwortlichen Konfigurationsmanagern ermöglicht, Informationen aus unterschiedlichen Quellsystemen zu verlinken und die zeitliche Gültigkeit dieser Informationsnetze im Sinne von so genannten Baselines zu steuern. In diesem Sinne ist OpenCLM der Inkubator für den digitalen Zwilling.

Mehr über das Thema Configuration Lifecycle Management finden Sie in unserem neuen Newsletter. Viel Spaß bei der Lektüre.

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