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Bernd Pätzold

Abnehmende Planungssicherheit erfordert mehr Agilität

Von Bernd Pätzold

Die digitale Transformation von Geschäftsprozessen und -modellen, die durch Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 ausgelöst wurde, bedeutet für alle Branchen gewaltige Umbrüche. Ihre Ausmaße sind noch schwer abzuschätzen, was den Unternehmen die Planung erschwert. Sie müssen in der Lage sein, agil auf neue Anforderungen zu reagieren. Agilität erfordert nicht nur ein anderes Denken, sondern auch eine offenere IT-Infrastruktur, um die Digitalisierung der Geschäftsprozesse optimal unterstützen zu können.

Nicht nur kleine, mittelständische Maschinenbauer wie die Firma Hofmann Mess- und Auswuchttechnik stehen vor der Frage, wie sie mit den Herausforderungen von IoT und Industrie 4.0 umgehen sollen - auch die großen Automobilkonzerne blicken in eine ungewisse Zukunft. Vier globale Megatrends, die sich zum Teil gegenseitig verstärken, reduzieren ihre Planungssicherheit und erfordern eine schnellere Reaktionsfähigkeit: Digitalisierung des Fahrzeugs, Autonomes Fahren, Alternative Antriebstechniken und neue Mobilitäts-Angebote. Ihre möglichen Auswirkungen wurden auf der von Daimler im Rahmen der IAA veranstalteten MB Connect ausgiebig diskutiert. (Hier lesen Sie mehr).

Klar ist eigentlich nur, dass die Vernetzung des Fahrzeugs weiter zunehmen wird. Aber schon die Frage, ob das unweigerlich dazu führen wird, dass sich das Autonome Fahren bald auf breiter Front durchsetzt, ist nicht mehr so einfach zu beantworten. Das gleiche gilt für den dritten Megatrend, die alternativen Antriebstechniken: Ist das Elektroauto hier wirklich die allein selig machende Lösung oder müssen wir gleichzeitig noch andere Antriebskonzepte im Auge behalten? Eine offene Frage ist auch, wie überhaupt die Mobilitätskonzepte von morgen aussehen werden und welchen Einfluss neue Angebote (Uber, Car2Go etc.) gerade auf das Geschäft mit privaten Autokäufern haben werden? Für zusätzliche Verunsicherung sorgt in der Automobilbranche die hausgemachte Vertrauenskrise, die durch den Dieselgate-Skandal ausgelöste wurde.

Andere Branchen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Viele Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau wissen nicht genau, wie sich die durch Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 ausgelöste digitale Transformation auf ihre Geschäftsprozesse und -modelle auswirken wird? Werden sie in Zukunft überhaupt noch Maschinen verkaufen oder sie den Kunden nur noch als Teil einer Dienstleistung offerieren? Und was bedeutet das für ihre Organisation, ihre Mitarbeiter und ihre IT-Bebauung?

Abnehmende Planungssicherheit heißt, dass die Planungen von heute schon morgen Makulatur sein können. Hierauf müssen das IT-Management und die für die Entwicklung und Produktionsplanung Verantwortlichen in den Unternehmen flexibel reagieren können. 

Agilität ist deshalb eine ganz entscheidende Anforderung, nicht nur in der Software-Entwicklung, sondern auch bei der Definition der PLM-Strategie, der Planung des PLM-Bebauung und der Umsetzung der entsprechenden Projekte. Bei allen großen Projekten, die PROSTEP in den letzten Monaten gewonnen hat, war Agilität unser entscheidender Trumpf.

Der Grund liegt auf der Hand: Die IT-Manager in den Unternehmen müssen die Schlagzahl erhöhen, um die Erwartungen ihrer „Kunden“ in den Fachbereichen zu erfüllen, die nicht monatelang auf neue Software warten wollen. Erwartungen, die sich heute an rollen- und aufgabenspezifischen Apps orientieren, wie wir sie von unserem Handy kennen. Dieser Trend beeinflusst auch ganz stark die Gestaltung der Benutzer-Oberflächen, wie Franz Koller von der User Interface Design GmbH im Interview erläutert. (Hier lesen Sie mehr).

Zugegebenermaßen ist das eine Gratwanderung. Die schnelle Bereitstellung der Funktionalität darf nicht zulasten der Zuverlässigkeit gehen, denn PLM-Lösungen sind heute unternehmenskritische Anwendungen, die hohe Anforderungen in puncto Nachverfolgbarkeit und Regelkonformität erfüllen müssen. Deshalb benötigen die Unternehmen neue, modulare Architekturkonzepte, die eine zuverlässige Unterstützung der Kernprozesse ermöglichen und sich gleichzeitig leicht an neuen Geschäftsanforderungen anpassen lassen. Eine Architektur, die im Sinne von Gartners bimodalen IT-Konzept ein zweigleisiges Vorgehen zulässt: Hier klassisch und robust, dort agile und fehlertolerant.

Offenheit der IT-Systeme ist eine Grundvoraussetzung, um diese Flexibilität zu gewährleisten. Kein Hersteller wird die Digitalisierung aller Geschäftsprozesse gleich gut unterstützen, weshalb die modularen IT-Architekturen gegebenenfalls um Software-Bausteine von Drittanbietern ergänzt werden müssen. Die Integration dieser Anwendungen und der Zugriff auf die in ihnen steckenden Informationen dürfen nicht mehr mit einem großen Aufwand für die Programmierung und Anpassung von Schnittstellen verbunden sein. Aus diesem Grund ist die Offenheit von Systemen im Sinne des Code of PLM Openness (CPO) ein strategisches Kriterium in PLM-Auswahlprojekten. Wir sind außerdem einer der ersten PLM-Anbieter, die an dem Zertifizierungsprogramm für PLM-Offenheit teilnehmen, das der prostep ivip Verein mit aktiver Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums ins Leben gerufen hat.

PROSTEP betrachtet es als eine seiner wichtigsten Aufgaben im Rahmen der PLM-Strategieberatung, Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse zu unterstützen. (Hier lesen Sie mehr). Wir machen Sie fit für die Herausforderungen von Industrie 4.0. Auf unserer neu gestalteten Homepage finden sie alle Informationen zu unserem umfassenden Beratungs- und Lösungsangebot in übersichtlicher und kompakter Form. Besuchen Sie uns unter www.prostep.com.

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