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Die optimale Strategie für eine zukunftsfähige PLM-Lösung

Von Peter Wittkop

Viele Unternehmen stehen mit Blick auf Industrie 4.0 vor der Frage, ob ihre PDM/PLM-Bebauung noch zukunftsfähig ist oder ob sie sie umbauen müssen, um die Digitalisierung ihrer Wertschöpfungsketten vorantreiben zu können. Eine externe PLM-Strategieberatung durch branchenerfahrene Experten erleichtert ihnen die Definition ihrer Future PLM-Roadmap und einen möglichen Umbau der PLM-Lösung.

Die PLM-Verantwortlichen größerer mittelständischer Unternehmen sind nicht zu beneiden, denn sie stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Vielfach müssen sie ihre PDM/PLM-Systeme modernisieren, weil sie in die Jahre gekommen sind und/oder mit den steigenden Anforderungen nicht Schritt halten, was ihren Business Value schmälert. Die Ansprüche der Auftraggeber, was Qualität der PLM-Daten und Erfüllung der Nachweispflichten anbelangt, nehmen zu. Nicht selten erfordert die Restrukturierung des Unternehmens, z. B. nach einer Übernahme, die Harmonisierung heterogener PLM-Systemlandschaften. Die finanziellen und personellen Ressourcen ihrer IT-Abteilungen sind begrenzt. Und jetzt sollen sie auch noch Geld für PLM-Strategieberatung ausgeben?

Unbedingt! Gerade Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen bietet die Nutzung externen Know-hows eine höhere Gewähr dafür, dass sie beim Umbau ihrer PDM/PLM-Landschaft die richtigen Entscheidungen treffen und die richtigen Prioritäten setzen. Voraussetzung ist, dass die Berater sich nicht nur mit den Anwenderprozessen gut auskennen, sondern auch mit den IT-Lösungen unterschiedlicher Hersteller, sodass sie ihre Kunden anbieterneutral beraten können. Und sie sollten eine klare Vorstellung davon haben, wie sich Industrie 4.0 auf die Entwicklungsprozesse auswirken wird und welche Anforderungen sich daraus für die künftige PLM-Bebauung ergeben. Diese Orientierung fehlt vielen mittelständischen Kunden, die oft noch nicht so genau wissen, was sich hinter Industrie 4.0 verbirgt.

Die intelligent vernetzte Fabrik im Sinne von Industrie 4.0 ist nämlich Teil einer viel weitreichenderen digitalen Transformation, die alle Geschäftsprozesse im Unternehmen erfasst. Treiber dieser Transformation sind smarte Produkte, die über das Internet of Things (IoT) miteinander kommunizieren und dadurch neue Services bis hin zu kompletten Product as a Service-Angeboten ermöglichen. Die Entwicklung dieser smarten Produkte erfordert nicht nur neue Werkzeuge, Methoden und Prozesse für das Smart Engineering, sondern in aller Regel auch einen Umbau der PDM/PLM-Landschaften.


Offenheit ist Grundvoraussetzung

Grundvoraussetzung für eine zukunftsfähige PLM-Bebauung ist Offenheit im Sinne des Code of PLM Openness (CPO), weil erfahrungsgemäß kein Systemhersteller alle erforderlichen „Bausteine“ in der gewünschten Qualität liefern kann. Gleichzeitig muss eine zukunftsfähige PLM-Bebauung die Integration von Werkzeugen und Methoden für die interdisziplinäre Produktentwicklung unterstützen. Zwingend ist dafür die Integration eines Disziplinen-übergreifenden Anforderungsmanagement in PDM/PLM, um die Anforderung über den gesamten Lifecycle verfolgen zu können.

Eine zukunftsfähige PLM-Bebauung muss also eine Vielzahl von neuen Anforderungen erfüllen, um die Digitalisierung der Entwicklungsprozesse effizient zu unterstützen. Aber wo soll ein Unternehmen mit dem Umbau der bestehenden PDM/PLM-Landschaft anfangen und wo lassen sich die schnellsten Nutzeneffekte (Quick Wins) erzielen? Das herauszufinden ist Ziel der PLM-Strategieberatung.

Integrationsfähigkeit ist nicht nur in vertikaler, sondern auch in horizontaler Richtung wichtig, weil für das Smart Engineering weit mehr Daten in Beziehung zueinander gesetzt werden müssen, als klassischerweise mit PDM/PLM verwaltet werden. 

Des erfordert einerseits leistungsfähige Integrationen zu ALM (Application Lifecycle Management) und ERP, andererseits aber auch den Brückenschlag zu IoT-Plattformen, auf denen die Sensordaten aus dem Produktleben zusammenlaufen. Die große Herausforderung besteht darin, die Daten so intelligent miteinander zu verknüpfen, dass die Produktkonfiguration für alle Disziplinen in jeder Phase des Produktlebenszyklus nachvollziehbar ist. Eine zukunftsfähige PLM-Lösung sollte deshalb auch das Disziplinen-übergreifende Configuration Lifecycle Management durch die Möglichkeit unterstützen, zu jedem Meilenstein eine sogenannte Baseline zu ziehen.


Modulares Vorgehensmodell für den Umbau

Im Rahmen einer PLM-Strategieberatung werden zunächst die bestehenden System- und Prozesslandschaft unter Berücksichtigung der Markttrends und der Produktstrategie des jeweiligen Unternehmens analysiert, um eine schlüssige Soll-Konzeption für die PLM-Architektur- und -Bebauung entwickeln und eine PLM-Roadmap definieren zu können. Die Berater sollten darüber hinaus in der Lage sein, den Kunden bei der Evaluierung der am Markt verfügbaren Lösungen (Erstellung eines PLM-Lastenhefts, Vorauswahl, Benchmarks etc.) zu unterstützen und dem Management entsprechende Empfehlungen zu unterbreiten. Ein ganz wichtiger Aspekt ist dabei die Berücksichtigung der Total Cost of Ownership, weil die Kosten für Betrieb, Wartung und Updates der Systemlandschaft erfahrungsgemäß die Anschaffungskosten übersteigen.

Basierend auf den Erfahrungen aus zahlreichen Beratungsprojekten hat die PROSTEP AG ein modulares Vorgehensmodell entwickelt, das sich in fünf Phasen unterteilt: Ist-Analyse, Soll-Konzeption, Evaluierung, Empfehlung und Roll-Out-Planung. Ergänzt werden kann die PLM-Strategieberatung um ein Industrie 4.0 Readiness Assessment, das Unternehmen hilft zu bewerten, welche Potenziale Industrie 4.0 ihnen bietet und wie sie auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorbereitet sind. PROSTEP nutzt als Grundlage für die Analyse des Industrie 4.0-Reifegrads einen methodischen Werkzeugkasten, der sich am Industrie 4.0 Leitfaden des VDMA orientiert, darüber hinaus aber auch schon die PLM-Fähigkeiten des Unternehmens untersucht. Insofern lässt sich der Workshop perfekt mit der Ist-Analyse im Rahmen der PLM-Strategieberatung kombinieren.


Der modulare Charakter des Vorgehensmodells erlaubt es den Kunden, die ihren Anforderungen am besten entsprechenden Bausteine miteinander zu kombinieren. Es kann z. B. sein, dass der Kunde gar keine vollständige PLM-Strategieberatung haben möchte, sondern nur verschiedene Konzeptvarianten benötigt, um Schlüsselthemen wie Änderungs- oder Stücklistenmanagement zu optimieren. Eine vollständige PLM-Strategieberatung einschließlich Benchmark kann in Summe schon mal ein gutes halbes Jahr dauern. Ein Aufwand, der sich jedoch lohnt, weil er für einen schnelleren Roll-Out sorgt.

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