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ALM-PLM‑Integration als Basis für das Systems Engineering

Von Jochen Becherer

Unternehmen müssen sich organisatorisch, methodisch und technologisch neu aufstellen, um komplexe Produkte mit zunehmendem Softwareanteil auf den Markt bringen zu können. Erfolgreiches Systems Engineering beginnt mit einem wirkungsvollen Organizational Change-Management und der konsequenten Implementierung moderner Modellierungsmethoden. Die technische Basis hierfür bildet eine flexible Integration von MBSE-, ALM- und PLM-Systemen.

In einem hochdynamischen Marktumfeld, in dem Produktlebenszyklen kürzer und Kundenanforderungen vielfältiger werden, stehen Unternehmen unter einem permanenten Veränderungsdruck. Um Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu steigern, müssen sie moderne Methoden, leistungsfähige Werkzeuge und innovative Entwicklungsansätze wie das modellbasierte Systems Engineering implementieren. Diese Transformation beginnt jedoch nicht mit Technologie, sondern mit den am Prozess beteiligten Menschen: Organizational Change-Management (OCM) befähigt Mitarbeitende, Veränderungen aktiv mitzugestalten und neue Arbeitsweisen nachhaltig anzunehmen. Erst ein strategisch verankertes, strukturiertes Organizational Change-Management ermöglicht es, das Potenzial moderner Tool-Chains, Modelle und Integrationsplattformen vollständig auszuschöpfen.

Jedes Transformationsprojekt im Systems Engineering sollte mit einer zentralen Fragestellung beginnen: Welche Rollen, Kompetenzen und Arbeitsweisen müssen sich verändern – und wie können Organisationen dabei gezielt unterstützt werden, den Wandel erfolgreich zu gestalten, Widerstände abzubauen und erforderliche Qualifikationen systematisch zu entwickeln? Erst auf einer stabilen organisatorischen und methodischen Basis kann der volle Mehrwert moderner Systems-Engineering-Ansätze realisiert werden.

Im Kontext wachsender Produktkomplexität etabliert sich das modellbasierte Systems Engineering (MBSE) als zentraler methodischer Ansatz. Systemmodelle helfen dabei, funktionale Zusammenhänge, Architekturentscheidungen und Anforderungen transparent und nachvollziehbar abzubilden. Doch auch hier steht mit dem Übergang von SysML v1 zu SysML v2 ein technologischer Wandel an. SysML v2 verspricht eine modernere Syntax, höhere Ausdruckskraft, bessere Toolunterstützung und insbesondere eine deutlich verbesserte Automatisierbarkeit. Und viele Unternehmen fragen sich, ob der richtige Zeitpunkt für den Umstieg bereits gekommen ist.

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Für Organisationen mit bestehender SysML-v1-Modellierung erfordert die Migration eine strukturierte Planung, insbesondere unter Berücksichtigung vorhandener Modelle und integrierter Tool-Chains. Unternehmen am Beginn ihrer MBSE-Einführung sollten hingegen den erwarteten Nutzen von SysML v2 sorgfältig gegenüber dem etablierten Reifegrad von SysML v1 abwägen. In beiden Fällen gilt: Auch der Wechsel der Modellierungssprache ist weniger ein technisches als ein organisatorisches Vorhaben und damit erneut ein Fall für professionelles OCM.

Sind Organisation und Methoden konsistent aufeinander ausgerichtet, entfaltet die technologische Basis ihr volles Potenzial – getragen von einer nahtlosen Integration von MBSE-, ALM- und PLM-Systemen. Moderne Produkte bestehen heute zu einem erheblichen Teil aus Software, wodurch die zentralen Anforderungen und Entwicklungsaktivitäten zunächst im Application Lifecycle Management verortet sind. Ein Teil dieser Anforderungen, der für die mechanischen und elektrischen Komponenten, lebt parallel in den PLM‑Systemen – heute oft ohne Verbindung zu den Anforderungen im ALM. Diese Informationsbrüche reduzieren die Transparenz, erschweren Änderungsprozesse und verzögern interdisziplinäre Entscheidungen.

Eine integrierte ALM‑PLM‑Landschaft verbindet diese Informationssilos. Sie bildet den Kern eines Digital Threads, der Anforderungen, Änderungen und Implementierungsstände über alle Domänen hinweg verknüpft – beginnend bei Software, aber nicht dort endend. In volatilen und zunehmend disruptiven Märkten muss diese Integration flexibel, skalierbar und schnell anpassbar sein, damit Unternehmen ihre Entwicklungsprozesse laufend optimieren können, ohne erneut langwierige IT‑Projekte aufzusetzen. Ein agiler Digital Thread schafft durchgängige Transparenz über Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Änderungsauswirkungen entlang des gesamten Entwicklungsprozesses. Dadurch unterstützt er fundierte Entscheidungen in komplexen Entwicklungsumgebungen und bildet die Grundlage für ein wirksames Systems Engineering sowie eine methodisch stringente Anwendung von SysML.

Unternehmen benötigen gezielte Unterstützung bei der Transformation ihrer Entwicklungsprozesse, der Einführung modellbasierten Systems Engineerings sowie der Migration auf SysML v2.Hier kommt PROSTEP ins Spiel. Wir bieten alles aus einer Hand, was Unternehmen für diesen Transformationsprozess benötigen:

  • Unser Organizational Change Management sorgt dafür, dass neue Modelle, Arbeitsweisen und Systeme auch wirklich in der Organisation ankommen. 
  • Erfahrene Systems-Engineering-Consultants unterstützen bei Methodik, Prozessen und der Frage, ob und wie ein Wechsel auf SysML v2 sinnvoll ist, z.B. Im Rahmen eines Benchmarks.
  • Mit unserer Digital Thread Platform schaffen wir die technologische Basis für eine durchgängige ALM‑PLM‑Integration und damit eine konsistente Datenlandschaft über alle Domänen hinweg. 

Kunden sichern sich mit dem stringenten End-to-End-Ansatz von PROSTEP nachhaltige Wettbewerbsvorteile im Engineering.

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