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OSRAM Continental setzt auf Datenaustausch aus der Cloud

Von Nadi Sönmez

Eine IT-Landschaft auf der grünen Wiese aufzubauen, ist eine Herausforderung, bietet aber zugleich die Chance, Dinge komplett anders zu machen. OSRAM Continental hat die Chance genutzt und seine gesamte IT-Infrastruktur in die Cloud verlagert. Produktdaten tauscht das zwei Jahre junge Joint Venture über den Cloud-basierten Datenaustausch-Service von PROSTEP mit Kunden und Zulieferern aus.

Intelligent vernetztes Licht, das sich automatisch an die Fahrsituation anpasst und die Kommunikation zwischen Fahrer, Fahrzeug und Umwelt verbessert, ist die Zukunft der Automobilbeleuchtung. Sie zu gestalten, die Mission von OSRAM Continental. Das Mitte 2018 gegründete Joint Venture, an dem OSRAM und Continental zu je 50 Prozent beteiligt sind, bündelt die Kompetenzen und Erfahrungen der beiden Muttergesellschaften auf den Gebieten Lichttechnik, Elektronik und Software.

Mit 1.500 Mitarbeitern entwickelt, fertigt und vertreibt das Gemeinschaftsunternehmen Lösungen für Front- und Heckscheinwerfer, individuell ansteuerbare Innenbeleuchtungen und innovative Projektionssysteme, die für mehr Fahrsicherheit und Komfort sorgen. Sie spielen in Zukunft vor allem für die Sicherheit des autonomen Fahrens eine wichtige Rolle. Vernetzte Lichtsteuerungen, die unterschiedliche Sensorsignale aus dem Fahrzeug mit Informationen anderer Fahrzeuge oder der Umwelt verbinden, sind die Grundlage für solche intelligenten Beleuchtungskonzepte.

OSRAM Continental hat seinen Hauptsitz in München und ist weltweit an 15 Standorten in neun Ländern präsent. Die Produktentwicklung verteilt sich über Europa, Amerika und Asien, wobei Iaşi in Rumänien der größte europäische Entwicklungsstandort ist. Die Mechanik-Entwickler arbeiten im Wesentlichen mit CATIA, setzen aber je nach Projekt- und Kundenanforderungen auch andere CAD-Systeme ein, die über SAP ECTR an die PLM-Lösung SAP PLM angebunden sind. Die meisten Anwendungen laufen in einer Virtual Desktop-Infrastruktur, d.h. auf die Bildschirme der Anwender werden immer nur Ansichten gestreamt.

Zeitgemäße IT-Infrastruktur

„Von wenigen Anwendungen abgesehen läuft bei uns alles in der Cloud. Wir wollten eine IT-Infrastruktur haben, die State of the Art ist“, sagt Catalina Man, Team Lead IT Operations bei OSRAM Continental und mit ihrem Team unter anderem für den Support der OpenDXM GlobalX-Anwender verantwortlich. „Die größte Hürde auf dem Weg in die Cloud war, das Mindset der Mitarbeiter zu ändern. Wir mussten sie davon überzeugen, dass Cloud-Services genauso gut funktionieren, wie lokal installierte Lösungen. Eine Herausforderung war auch das Thema Sicherheit. Das kann man nicht allein dem Cloud-Provider überlassen, sondern braucht ein Team, das sich um Netzwerk und Infrastruktur kümmert. Die begrenzten personellen Ressourcen zur Unterstützung der Cloud-Umgebung waren deshalb eine weitere Herausforderung.“

Im Einklang mit der generellen Cloud-Strategie entschied sich OSRAM Continental, die Datenaustausch-Plattform OpenDXM GlobalX aus der Cloud zu nutzen. Für die SaaS-Lösung von PROSTEP sprachen mehrere Gründe, wie Catalina Man sagt. „Wir benötigten eine schnell einsatzfähige Lösung für alle Standorte, mit der wir nicht nur CAD-Dateien, sondern z.B. auch Produktvideos fürs Marketing sicher austauschen können. Wir wollten mit bekannten Providern zusammenarbeiten, und PROSTEP kannten wir schon von unserer Muttergesellschaft Continental. Wir wussten auch, dass das Unternehmen seine Datenaustausch-Plattform aus der Cloud anbietet und haben dann unsere Anforderungen diskutiert. Dabei zeigte sich, dass OpenDXM GlobalX für uns am besten passt, weil die Software sehr flexibel ist und sich schnell implementieren lässt.“

Installiert ist die SaaS-Lösung in der Cloud des DARZ-Rechenzentrums in Darmstadt, das vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nach KRITIS zertifiziert ist und alle Auflagen der DIN/ISO 9001 und 27001 und der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erfüllt. Durch eine hochmoderne Architektur, Infrastruktur und Gebäudetechnik gewährleistet das DARZ den höchstmöglichen Schutz und eine maximale Verfügbarkeit der Daten. Alle Standorte von OSRAM Continental greifen über das Internet direkt auf die Cloud-Infrastruktur des Darmstädter Rechenzentrums zu, mit gutem Antwortzeitverhalten, wie Catalina Man bestätigt.

Integration einer OFTP-Anwendung

Die Saas-Lösung ist grundsätzlich mehrmandantenfähig und wird auch von zahlreichen anderen Kunden als Multi-Tenant-Anwendung genutzt. OSRAM Continental hat sich jedoch für eine eigene Instanz entschieden. Hintergrund ist der, dass das Unternehmen mit Automobilherstellern große Datenumfänge über das OFTP2-Protokoll austauscht. Deshalb hat PROSTEP für den Kunden die OFTP-Anwendung rvsEVO von T-Systems in den Datenaustausch-Service integriert. Sie bereitet die auszutauschenden Daten bei der Auswahl der entsprechenden Empfänger automatisch für die OFTP2-Kommunikation auf, ist jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen und aufgrund von technischen Restriktionen nur in Kombination mit einer privaten Cloud bzw. einer eigenen einsetzbar.

Abgesehen von der OFTP-Integration nutzen die Anwender die SaaS-Lösung praktisch „out of the box“, was Updates erleichtert. „Die Software unterstützte fast alle unsere Anwendungsfälle aus dem Stand“, sagt Catalina Man. Eine wichtige Anpassung hat PROSTEP für OSRAM Continental vorgenommen, die bereits in den Standardumfang der Anwendung eingeflossen ist. Die Größe der Webspaces für einzelne Anwender und Anwendergruppen lässt sich innerhalb des Speicherkontingents für die lizensierte Nutzerzahl individuell festlegen und auch wieder verändern. Technisch war das vorher schon möglich, musste aber durch den PROSTEP-Support gemacht werden. Jetzt kann der Kundenadministrator das über die intuitive Weboberfläche selbst einstellen.

Derzeit sind bei OSRAM Continental etwa 250 interne und fast 100 externe Anwender als Austauschpartner angemeldet. Bei den internen Anwendern handelt es sich hauptsächlich um Ingenieure aus Forschung & Entwicklung; aber auch immer mehr Mitarbeiter aus anderen Bereichen versenden und empfangen schutzwürdige Daten sicher über die Cloud-Plattform, die sämtliche Austauschvorgänge nachvollziehbar protokolliert. Allein in diesem Jahr hat die Lösung über 6.000 Uploads und Downloads mit einem Datenvolumen von mehr als 500 GByte aufgezeichnet.

Intuitiv zu bedienende Weboberfläche

Alle wesentlichen Datenaustausch-Funktionen stehen den Anwendern in einer HTML5-basierten Weboberfläche zur Verfügung. PROSTEP hat sie mit Unterstützung externer User Interface Design-Spezialisten intuitiver und ergonomischer gestaltet, damit auch gelegentliche Anwender die Anwendung ohne regelmäßige Schulungen bedienen können. „Der Bedienkomfort hat sich durch die neue Oberfläche deutlich verbessert“, sagt Catalina Man. „Am Anfang hatten die Anwender viele Fragen, weshalb wir uns intensiv darum gekümmert haben, dass sie das Tool verstehen und sich damit wohlfühlen. PROSTEP hat die existierende Dokumentation auf unseren Wunsch z.B. um leicht verständliche Erklär-Videos ergänzt.“

Obwohl der Datenaustausch-Service hauptsächlich von den Entwicklern genutzt wird, hat OSRAM Continental die SaaS-Lösung nicht direkt in die PLM-Umgebung integriert, was technisch möglich wäre. „Wir haben entschieden, zunächst die Anwendung für die Nutzer stabil zu machen“, sagt Catalina Man. Die Ingenieure exportieren ihre CAD-Daten normalerweise aus SAP PLM bzw. SAP ECTR in ein entsprechendes Verzeichnis, loggen sich über den Webclient in OpenDXM GlobalX ein, wählen die auszutauschenden Dateien und den Empfänger aus und laden sie auf die Plattform hoch. Sowohl die Dateien als auch die Austauschvorgänge werden dabei verschlüsselt, was für eine hohe Sicherheit sorgt.

Mitarbeiter, die gerne und viel mit MS Outlook arbeiten, können den Datenaustausch neuerdings direkt aus ihrem Mailprogramm veranlassen. Anfang dieses Jahres hat OSRAM Continental für einige Anwender die Outlook-Integration aktiviert, die eigentlich eine Multi-Cloud-Integration ist, denn die Office-Programme laufen in einer anderen Cloud-Umgebung. Die Verbindung über Cloud-Grenzen hinweg sei kein Problem, sagt Catalina Man, erfordere allerdings die Installation einer zusätzlichen Software auf den PCs, weshalb die meisten Anwender sie nicht eigenständig durchführen könnten.

Sinkende Gesamtbetriebskosten

Der wesentliche Nutzen des SaaS-Modells für OSRAM Continental ist, dass das Unternehmen sich weder um die Anschaffung noch um die Implementierung von Hard- und Software kümmern musste. Das ermöglichte eine schnelle Produktivsetzung der Datenaustausch-Lösung. Sie ist bei wachsender und schrumpfender Anwenderzahl schnell skalierbar. Für IT-Administration und -Support ist kein bzw. deutlich weniger Personal erforderlich. Die Wartung der IT-Infrastruktur und Software-Updates sind im Preis inbegriffen, was die Gesamtbetriebskosten reduziert oder zumindest besser kalkulierbar macht. Gerade in einem neuen Unternehmen, in dem die gesamte IT-Organisation erst aufgebaut werden muss, sind interne Ressourcen knapp. Daher ist eine Cloud-basierte “out of the box” Lösung genau die richtige Antwort darauf.

„Für mich ist der wichtigste Vorteil der SaaS-Lösung die Flexibilität, schnell auf neue Anforderungen reagieren zu können“ sagt Catalina Man, die mit der Unterstützung durch PROSTEP und der Qualität des Supports sehr zufrieden ist. Zweimal im Jahr nach den Updates gibt es Review Meetings, in denen die PROSTEP-Experten die neuen Features erklären und neue Anforderungen aufnehmen. „Das Team ist sehr flexibel und setzt unsere Anforderungen schnell um“, resümiert Man. „Das ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Zusammenarbeit.“

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