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3D PDF Customer Experience Day:
Die Erfahrungsaustausch-Plattform

Von Harald Blümel

Um den Erfahrungsaustausch in Sachen 3D-PDF-Technologie zu fördern, veranstaltete PROSTEP in der Eventlocation PERCUMA in Eppstein den ersten 3D PDF Customer Experience Day. Kunden und Interessenten hatten die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die Nutzenpotentiale 3D-PDF-basierter Anwendungen zu informieren und mit den Referenten und anderen Teilnehmern in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.


Kurzvorträge, Live-Demos und viel Raum für Networking und Erfahrungsaustausch waren die wesentlichen Highlights einer Veranstaltung, die bewusst anders sein wollte, und für die das betont lässige Ambiente der PERCUMA mit seinen bequemen Sitzgelegenheiten den idealen Rahmen bot. Das neue Format kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Ein intensiver Gedankenaustausch nach den Anwendervorträgen am Vormittag und in den Diskussionsrunden des Worldcafés, zum Abschluss der Veranstaltung, rundete den Tag ab.

Im Mittelpunkt des 3D PDF Customer Experience Days standen die Erfahrungen von Unternehmen, die die Service Content-Lösungen von PROSTEP für unterschiedliche Anwendungen im Produktlebenszyklus nutzen und damit z.T. erhebliche Einsparungen erzielt haben. ATOTECH Deutschland z.B. erzeugt die multilingualen Ersatzteilkataloge für ihre galvanotechnischen Anlagen damit weitgehend automatisch, was nicht nur den Aufwand für die Aufbereitung der Unterlagen dramatisch reduziert hat, sondern den Kunden und den eigenen Servicetechnikern auch die Identifizierung der benötigten Ersatzteile erleichtert. Dadurch kommt es heute kaum noch zu Fehlbestellungen.

Vielseitig einsetzbare Technologie

Der Vortrag von André Hieke über die Verwendung von 3D-PDF in der Fertigung bei Siemens LDA in Nürnberg veranschaulichte die Vielseitigkeit der Technologie. Der Hersteller von großen Elektromotoren und Umrichtern führte unsere Service Content-Lösung zunächst ein, um die Erstellung kundenspezifischer Angebotsunterlagen in der Pre-Sales-Phase zu automatisieren. Aufgrund des Erfolgs wird die Anwendung jetzt auch für die papierlose Bereitstellung der Fertigungsunterlagen genutzt. Ursprünglich wollte Siemens LDA die Zeichnungen durch JT-Modelle mit PMI-Annotationen (Product Manufacturing Information) ersetzen, die jedoch in der Handhabung zu umständlich waren. Vorteil der 3D-PDF-Dokumente sei, dass sie auf Touchscreens visualisiert werden könnten und für die Werker sofort verständlich seien, sagte Hieke. Siemens LDA will die Lösung künftig auch für die Anbindung der Messmaschinen in der Qualitätssicherung nutzen.


Um 3D-Informationen automatisiert für Folgeprozesse bereitstellen zu können, muss sich die 3D-PDF-Technologie in die bestehende PLM- und ERP-Landschaft einfügen. Zusammen mit SEAL Systems hat PROSTEP beim Automobilzulieferer Röchling eine Integrationslösung geschaffen, die Dr. Uwe Wächter von SEAL Systems den Teilnehmern vorstellte. Sie erlaubt es, CAD-Modelle zusammen mit Klassifizierungsinformationen und Stücklisten aus SAP ab einem bestimmten Status automatisch in kompakten 3D-PDF-Containern zusammenzuführen und anderen Abteilungen zur Verfügung zu stellen. Die Produktdatenblätter verbessern die Kommunikation zwischen der Konstruktion und anderen Abteilungen, die keine CAD-Arbeitsplätze haben, aber frühzeitig einen Blick auf die Konstruktionsdaten werfen wollen.

Welche Datenpotentiale mit 3D-PDF gehoben werden können, erläuterte Timo Trautmann von PROSTEP anhand von weiteren Anwendungsbeispielen. Erhebliche Zeiteinsparungen verspricht sich z.B. der Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen KHS von der 3D-PDF-basierten Montageplanung. 

Dank einer Datenbank mit gängigen Montagetätigkeiten, -kosten und -zeiten ermöglicht sie nicht nur eine effizientere und vor allem frühzeitigere Planung, sondern auch die automatische Ableitung der Montageanleitungen in mehreren Sprachen. Außerdem können einzelne Montageschritte interaktiv animiert und mit dem normalen Acrobat Reader visualisiert werden.

Neue Möglichkeiten im Web

Wie einfach sich 3D-PDF-Dokumente bzw. die eingebetteten 3D-Modelle mit 3D PDF Pro animieren lassen, um virtuelle Montageanleitungen zu erstellen, zeigte Andreas Vogel von Theorie3.De in einer der beiden Live-Demos. In der anderen demonstrierte Timo Trautmann am Beispiel eines Service Content Portals, wie 3D-Ersatzteilkataloge im HTML5-Format im Web publiziert werden können. Das Portal bietet Servicetechnikern neuerdings auch die Möglichkeit, Kommentare einzutragen, die mit der HTML5-Datei verknüpft und auf einem Cloud-Server gespeichert werden. Eine schlanke Lösung, die keine separate Datenbank erfordert, wie Trautmann betonte.

PROSTEP entwickelt die Funktionalität der 3D-PDF-basierten Service Content-Lösungen kontinuierlich weiter. Die Roadmap sieht z.B. die Möglichkeit vor, das Wartungsportal mit Sensordaten aus dem Betrieb anzureichern, um Digital Twin-Anwendungen zu unterstützen. Wie dabei die Anbindung an die reale Produktionswelt realisiert werden soll, erläuterte Kristian Haizmann von INSYS MICROELECTRONICS den Teilnehmern. Die Firma stellt Router für die industrielle Datenkommunikation her, in denen der digitale Zwilling abgebildet werden kann, um z.B. die vorausschauende Wartung durch die lokale Auswertung der Sensordaten (Edge Computing) zu unterstützen.


Auch die PDF-Basistechnologie selbst entwickelt sich weiter, wie der Vortrag von Ulrich Isermeyer von Adobe Systems verdeutlichte. Adobe stellt wesentliche Funktionen und Workflows wie die Kommentierung und Signatur von (eingescannten) PDF-Dokumenten jetzt in der Cloud bereit. Außerdem können PDF-Dokumente auf mobilen Endgeräten besser visualisiert werden. Liquid PDF sorgt dafür, dass sie für die Darstellung im Adobe Reader in das HTML5-Format umgewandelt werden.

Im Worldcafé diskutierten die Teilnehmer zum Abschluss grundsätzliche Fragen wie die Zukunft der Dokumente und den Sinn und Zweck von 3D im Service. Unabhängig von der eingesetzten Technologie scheitere die Nutzung von 3D-Informationen im Service oft an den mangelnden Ressourcen der Unternehmen und dem fehlenden Know-how der Anwender für die Datenaufbereitung, resümierte Andreas Vogel. Peter Pfalzgraf von PROSTEP fasste die Ergebnisse seiner Diskussionsrunde wie folgt zusammen: „Solange der 3D-Master noch nicht vollständig ist, brauchen wir immer noch Dokumente. Sie spielen vor allem für die Archivierung eine wichtige Rolle.“

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