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Mehr Effizienz bei Verbundprojekten

von Udo Hering

Obwohl die Zahl der Joint Ventures und gemeinsamen Entwicklungsprojekte seit Jahren zunimmt, fehlen geeignete Werkzeuge, mit denen die Entwicklungspartner ihre Daten teilen und ihre Arbeit koordinieren können.

PROSTEP entwickelt deshalb ein schnell einsetzbares Collaboration Center, das es erlaubt, Datenumfänge gezielt bereitzustellen, offline zu bearbeiten und regelmäßig mit Entwicklungspartnern und Backend-Systemen (PDM/PLM etc.) zu synchronisieren. Fertigungsunternehmen werden bei der Produktentwicklung in Zukunft noch intensiver mit Zulieferern, Ingenieurbüros und anderen Partnern zusammenarbeiten, wie eine Studie zum Thema unternehmensübergreifende Kollaboration zeigt, die das Fraunhofer IPK zusammen mit dem VDI und dem PLM-Hersteller Contact Software erstellt hat. Hier finden Sie die Studie.

Da sich die Zusammensetzung dieser Entwicklungsverbünde dynamisch verändern kann, müssen sich die Entwicklungsnetze schnell aufbauen und auch schnell wieder entflechten lassen. Die IT-Landschaft der meisten Unternehmen ist für die unternehmensübergreifende Kollaboration nicht ausgelegt oder wird aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht dafür genutzt. Das gilt insbesondere für die PDM/PLM-Systeme, die sich unternehmensintern als Rückrat für die digitale Produktentwicklung etabliert haben.

Eine wesentliche Anforderung an eine Kollaboration-Lösung für den unternehmensübergreifenden Einsatz ist - neben dem schnellen Ramp-Up und Ramp-Down - der Schutz des geistigen Eigentums aller Beteiligten. Intellectual Property Protection (IPP) lässt sich nach dem Verständnis von PROSTEP am besten dadurch sicherstellen, dass man den Partnern nur die für die gemeinsame Projektarbeit erforderlichen Daten auf einem Server außerhalb des internen Netzwerks, aber dennoch in einem geschützten Bereich, bereitstellt und mit den Ursprungsdaten in den Backend-Systemen regelmäßig synchronisiert.

Relative Nennung der Treiber für unternehmensübergreifende Kollaboration
Quelle: Fraunhofer IPK Berlin

Das ist das Konzept des Collaboration Centers, das zur Zeit entwickelt wird. Die Synchronisation der Daten zwischen Kollaboration-Plattform und Backend-System(en) - sowohl den eigenen, als auch denen der Entwicklungspartner - muss automatisch erfolgen, um den administrativen Aufwand zu reduzieren, immer nur die Daten zu aktualisieren, die sich tatsächlich geändert haben, und Fehler durch manuelle Eingriffe zu vermeiden. Dieses Konzept wird durch die von PROSTEP in der Praxis erprobten Funktionsbausteine der OpenPDM-Produktfamilie unterstützt und bietet somit die Möglichkeit alle gängige PDM/PLM-Systeme ohne Entwicklungsaufwand an das Collaboration Center anzubinden.

Meta- und CAD-Daten offline editierbar

Die Meta- CAD- und Struktur-Daten werden nicht nur automatisch aus den Backend-Systemen extrahiert, sondern bei Änderungen synchronisiert und nach Abschluss der Arbeit bei Bedarf wieder zurückgespielt. Bei der Bereitstellung der Daten im Collaboration Center können die CAD-Daten auch gleich in unterschiedliche Neutralformate konvertiert werden, damit die Kooperationspartner unabhängig von ihren jeweiligen CAD-Systemen auf gemeinsam genutzte Daten zugreifen können.

Das Collaboration Center unterstützt sowohl den sicheren Online-Zugriff und Datenabgleich über das Internet, als auch die Offline-Kollaboration. Der einfach zu bedienende Webbrowser erleichtert die Nutzung der Plattform durch Projektpartnern unterschiedlicher Fachdisziplinen, die dort ihre Aufträge abholen und ihre Arbeitsergebnisse veröffentlichen können.

Über die integrierte Benachrichtigungsfunktion werden sie über alle relevanten Änderungen und Ereignissen auf dem Laufenden gehalten, was für eine hohe Transparenz bei der Zusammenarbeit sorgt. Direkt in den Webbrowser integrierte 3D-Visualisierungsfunktionen erleichtern den Anwendern die Abstimmung bei gemeinsamen Projekt-Reviews.

Die Offline-Bearbeitung erfolgt mit einem speziellen Client, dem Work-Space-Manager (WSM), der die CAD-Daten und -Strukturen nach entsprechender Identifizierung des Anwenders automatisch herunter lädt und als eine Art Baseline in seinem lokalen Workspace ablegt. Dieser Workspace ist ein persönlicher Arbeitsbereich, der alle notwendigen Daten für einen Auftrag organisiert. Man muss sich ihn wie einen Container vorstellen, der kopiert, ausgetauscht oder mit zu einem Kunden genommen werden kann. Bei der Rückkehr wird die Referenzkopie der Inhalte wieder mit den Daten des Collaboration Centers synchronisiert und bei zwischenzeitlich erfolgten Änderungen aktualisiert.

Die Möglichkeit, offline zu arbeiten, ist einer der wesentlichen Stärken der Lösung, weil die Kollaboration-Partner oft an Standorten sitzen, die vielleicht nicht die beste Datenverbindung haben. Der WSM unterstützt alle gängigen CAD-Systeme die über die WSM Oberfläche gestartet werden und bietet bei allen Systemen ein identisches Nutzererlebnis.

Auch PLM-Metdaten können mit dem WSM bearbeitet und wieder zurück zum Collaboration Center übertragen werden. So können z.B. Vorgaben aus den PLM-Prozessen, beispielsweise für das Ausfüllen bestimmter Feldnamen oder Attribute hinterlegt werden, sodass der Client für einheitliche Arbeitsweisen sorgt. Funktionen für die Projekt-Koordination vom grundlegenden Funktionsumfang unterscheidet sich das Collaboration Center nicht wesentlich von einem PDM/PLM-System, weil es ja die gleichen Daten verwalten und die gleichen Prozesse unterstützten muss. Dazu bietet es Funktionen für Produktstruktur- und Dokumentenverwaltung, Versionsmanagement und die Steuerung von Statusänderungen, zum Beispiel über einfach definierbare Workflows, die mit einem grafischen Workflow Designer modelliert werden können.

Bei Bedarf können die Kooperationspartner ein formales Engineering Change Management implementieren, um Änderungen nach einheitlichen Regeln durch den Produktentstehungsprozess zu steuern. Als Option wird das Collaboration Center ein integriertes Projektmanagement für die Aufgabenverteilung, Terminverfolgung, Kostenkontrolle und Ressourcenplanung enthalten. Das Collaboration Center sorgt bei der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit für mehr Prozesskontrolle- und -transparenz.

Die nahtlose Integration mit den Backend-Systemen und die durchgängige Datensynchronisation unterstützt die Prozessautomatisierung, während die kontinuierliche Versionsverfolgung und die Dokumentation aller Änderungen und Änderungsstände Prozesssicherheit und -qualität verbessert. Die agile Zusammenarbeit bei sich kontinuierlich ändernden Daten steigert die Effizienz bei der unternehmensübergreifenden Kollaboration und trägt damit auch zu einer Reduzierung der Entwicklungskosten bei.

Weitere Informationen zur OpenPDM-Produktfamilie finden Sie hier.

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